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Fragen zum Zoll

Wichtige Infos rund um die Verzollung von im Urlaub gekauftem Schmuck

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Reagieren Sie mit Bedacht!

Viele Urlauber sind im Nachhinein etwas verunsichert, weil sie im Urlaub in der Türkei, Nordzypern, Zypern, Kreta, Griechenland, Marokko oder Dubai gekauften Schmuck bei der Einfuhr nach Deutschland nicht ordnungsgemäß verzollt haben. Viele kennen die geltenden Zollbestimmungen nicht und haben Angst vor etwaigen Nachforderungen der deutschen Zollbehörden bzw. strafrechtlichen Konsequenzen. Trickreiche Betrüger, die sich auf illegalem Wege die Kundendaten der Händler beschafft haben, nutzen diese Verunsicherung nicht selten gezielt aus und erschleichen sich somit weiteres Geld.

Muss ich Schmuck, den ich in der TĂĽrkei, Nordzypern, Zypern, Kreta, Griechenland, Marokko oder Dubai gekauft habe, verzollen?

Allgemein lässt sich festhalten:

  • Bis zu einer Freigrenze von € 430,00 ist weder Zoll noch die Einfuhrumsatzsteuer fällig.
  • Sollte der eingefĂĽhrte Schmuck diese Freigrenze ĂĽberschreiten, ist jedoch auf alle Fälle die Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 19% des Kaufpreises abzufĂĽhren. Bei Warenwerten bis € 700,00 wird ggf. eine geringere Pauschale fĂĽr die Verzollung und Einfuhrumsatzsteuer von den deutschen Zollbehörden veranschlagt.
  • Ab € 1.200,00 Kaufpreis benötigen Sie einen schriftlichen Nachweis der jeweiligen Zollbehörden, dass Sie das Produkt im entsprechenden Land erworben haben (die Rechnung des Händlers genĂĽgt nicht). Die meisten Urlauber versäumen es, sich diesen Nachweis von den Zollbehörden ausstellen zu lassen. Ohne diesen Nachweis werden ZollgebĂĽhren in Höhe von 2,5% des Kaufpreises fällig.
  • Bitte beachten Sie: reisen Sie zu zweit, dĂĽrfen Sie nicht ein SchmuckstĂĽck im Wert von € 860,00 ausfĂĽhren, denn der Warenwert darf bei einem nicht teilbaren Gegenstand auch nicht aufgeteilt werden. Beachten Sie auĂźerdem, dass die Freigrenzen fĂĽr Jugendliche ggf. deutlich niedriger liegen.
  • Beachten Sie bitte auĂźerdem, dass auch keine steuerfreie Anrechnung von € 430,00 stattfindet, wenn ein SchmuckstĂĽck mehr gekostet hat. Hier kommt es auf die Teilbarkeit der Waren an.
  • Weitere Informationen finden Sie in einer BroschĂĽre des deutschen Zolls:
    http://www.tuerkei-urlaub-info.de/urlaubertipps/images/zoll_deutschland.pdf

Der Schmuck, den ich in der Türkei, Griechenland oder Kreta gekauft habe, war völlig überteuert! Richtet sich der Zoll bzw. die Einfuhrumsatzsteuer nach dem Kaufpreis oder nach dem tatsächlichen Wert?

  • Grundsätzlich wäre ein dort gekauftes SchmuckstĂĽck tatsächlich zollfrei. Ab einem Warenwert von € 1.200,00 benötigen Sie jedoch einen Nachweis der Zollbehörden, um zu belegen, dass Sie das SchmuckstĂĽck tatsächlich im entsprechenden Land gekauft haben. Die Rechnung des Händlers genĂĽgt nicht.       
  • Weitere Informationen finden Sie in einer BroschĂĽre des deutschen Zolls:
    http://www.tuerkei-urlaub-info.de/urlaubertipps/images/zoll_deutschland.pdf

 

 

Die TĂĽrkei ist doch Mitglied der Zollunion. Griechenland und Kreta sind sogar in der EU. Ist mein im Urlaub gekaufter Schmuck damit nicht zollfrei?

  • FĂĽr die Zollbehörden maĂźgeblich ist immer der Kaufpreis, fĂĽr den Sie das SchmuckstĂĽck tatsächlich erworben haben. Nur hierĂĽber haben Sie einen Nachweis.
  • Sollten Sie sich im Nachgang mit dem Händler z.B. im Rahmen eines Vergleichs auf einen reduzierten Kaufpreis geeinigt haben, kann dies ggf. auch bei den deutschen Zollbehörden geltend gemacht werden. Näheres ist im Einzelfall abzuklären. Wir raten Ihnen dringend zur anwaltlichen Beratung!

Ich habe in der TĂĽrkei, Nordzypern, Zypern, Kreta, Griechenland, Marokko oder Dubai gekauften Schmuck bei der Einfuhr nach Deutschland nicht verzollt. Muss ich mit einer Nachforderung beim Zoll rechnen? Was soll ich tun?

  • Die Einfuhr von Gegenständen ĂĽber den entsprechenden Freigrenzen am Zoll vorbei ist eine Straftat (Steuerhinterziehung). Daher könnte es tatsächlich zu einer Nachforderung beim Zoll kommen, wenn die deutschen Zollbehörden davon erfahren, dass Sie Schmuck bei der Einfuhr tatsächlich nicht verzollt haben.
  • Sofern die Behörden noch nicht vom Tatbestand Kenntnis genommen haben, kann mit einer vollständigen und sachgemäßen Selbstanzeige Straffreiheit erreicht werden.
  • FĂĽr diese Selbstanzeige sind den Behörden alle notwendigen Unterlagen und erforderlichen Nachweise vollständig zu ĂĽbermitteln, das Nachreichen ggf. unvollständiger Unterlagen ist nicht  möglich. Insofern ist es sinnvoll, auf alle Fälle einen erfahrenen Anwalt zu Rate zu ziehen.

Vor längerer Zeit habe ich in der Türkei, Nordzypern, Zypern, Kreta, Griechenland, Marokko oder Dubai Schmuck gekauft und bei der Einfuhr nach Deutschland nicht verzollt! Jetzt wurde ich vom Händler kontaktiert! Wie soll ich reagieren?

Achtung:

  • in aller Regel handelt es sich hier um Betrug! Soweit wir dies beurteilen können, stecken hinter diesen sehr vielfältigen Maschen nicht die Händler, sondern BetrĂĽger, die sich auf illegalem Wege die Kundendaten der Händler beschafft haben. Es gibt verschiedenste Spielarten, typisch ist z. B. folgende Masche:
  • Ein vermeintlicher Händler meldet sich bei Ihnen und teilt Ihnen mit, dass Sie in der TĂĽrkei, Nordzypern, Zypern, Kreta, Griechenland, Marokko oder Dubai gekauften Schmuck bei der Einfuhr nach Deutschland nicht verzollt haben. Häufig trifft er damit ins Schwarze! Er teilt Ihnen ferner mit, er hätte nun die entsprechenden Behörden (Steuerfahndung, Zoll o.ä.) im Hause, die damit drohen, die deutschen Finanzbehörden zu informieren. Mit einer einmaligen Strafzahlung an die jeweiligen Behörden könnte diese Gefahr jedoch abgewendet werden.

 

Zahlen Sie nicht!

Auch wenn diese Behauptungen auf den ersten Blick plausibel klingen mögen, sind sie bei näherer Betrachtung bzw. aus juristischer Perspektive völlig haltlos! Wir raten Ihnen also dringend, nicht auf die Geldforderungen einzugehen. Sollten Sie Fragen haben oder sich unsicher sein, informieren wir Sie gerne! Es gibt jedoch eine Reihe von Varianten dieser betrĂĽgerischen Masche: Häufig wiederkehrende Muster sind: 

  • Die Kontaktaufnahme erfolgt telefonisch
  • Der Anrufer (meist mit erstklassigen Deutschkenntnissen und nicht selten mit Doktortitel) nimmt Bezug auf die damalige Verkaufssituation, um ein Vertrauensverhältnis zu Ihnen herzustellen; meist verfĂĽgt er ĂĽber detaillierte Informationen aus dem Vertrag.
  • Häufig werden Schwierigkeiten des Händlers mit den jeweiligen (Steuer-) Behörden geschildert, die aus dem damaligen Kauf resultieren oder es gilt aktuelle Aufträge fĂĽr andere Kunden abzuwickeln, die jedoch durch Behörden unnötig behindert werden; die BetrĂĽger locken dann mit etwaigen Provisionen;
  • Die Kunden werden so zur Ăśberweisung von Pauschalen, Kautionen oder sonstigen Einmalzahlungen aufgefordert

Ein Händler aus der Türkei, Nordzypern, Zypern, Kreta, Griechenland, Marokko oder Dubai droht mir damit, die deutschen Zoll- bzw. Finanzbehörden darüber zu informieren, dass ich Schmuck bei der Einfuhr nicht verzollt habe. Was soll ich tun?

  • Wir haben in der Praxis noch nicht erlebt, dass Händler tatsächlich an die deutschen Behörden herantreten. Grundsätzlich auszuschlieĂźen ist es aber nicht.
  • Sollten noch Restzahlungen fĂĽr den von Ihnen gekauften Schmuck offen sein, will der Händler meist lediglich eine Drohkulisse aufbauen, um an den Restbetrag zu kommen.
  • In jedem Falle ist dem Händler aber nicht damit gedient, Sie bei den Behörden anzuschwärzen und auch eine gerichtliche Auseinandersetzung um noch offene Restbeträge ist nicht im Interesse der Händler.
  • Wir raten Ihnen, sich anwaltlich unterstĂĽtzen zu lassen, um eine rasche auĂźergerichtliche Klärung Ihres Falles zu erreichen.